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Pfälzer Einwanderer

Mitte des 18. Jahrhunderts ließ Friedrich der Große in Vor- und Hinterpommern neue Dörfer anlegen und schickte Werber überall in die deutschen Länder um Einwanderwillige anzuwerben. Besonders viele Handwerker und Bauern aus der Pfalz folgten dem Ruf Friedrichs. So auch meine Vorfahren, die Familie Thomas. Not und Elend waren in der Heimat so groß, dass sie die Strapazen der Auswanderung und das ungewisse Neue auf sich nahmen.

Friedrich II. bot den Einwanderen kostenloses Land und Baumaterial für ihre Häuser an. Dazu bekamen für die Bauern Pferde, Ochsen und Kühe, Erb- und eigentümliche Überlassung des Hofes, drei Freijahre und Befreiung vom Wehrdienst. Dafür bewirtschafteten die Pfälzer das Land, leisteten Handdienste und zahlten nach Ablauf der Freijahre eine feste jährliche Erbpacht.

Zunächst gelangten die Einwanderertrecks nach Berlin. Von Berlin ging es weiter nach Stettin, von wo aus die Einwanderer auf die Dörfer verteilt wurden.

Die Familie Thomas kam 1749 nach Viereck im Kreis Pasewalk. Bei Gründung hieß es noch Jägersberg.  Schon 1751 wurde es in Viereck, nach dem für die Kolonisten zuständigen Minister Adam Otto von Viereck, umbenannt.

Die ersten Einwanderer waren:
1. Caspar Dagner (auch Dachner)
2. Wilhelm Dagner
3. Paul Petri
4. Michael Hase
5. Wilhelm Schuck
6. Raphael Meyer
7. Christian Salmon
8. Anton Zucker
9. Johann Müller
10. Peter Thomas

 

Vermutlich durch Einheirat ist älteste nachgewiesene Thomas, Johann Mathias nach Hoppenwalde bei Eggesin gekommen. Das Dorf in der Rochow wurde ebenfalls 1749 mit acht katholischen Pfälzer-Familien besetzt. 1751 wurde es in Happenwalde, nach dem ebenfalls zuständigen Minister umbenannt. Aus Happenwalde wurde Hoppenwalde.

Luisenthal, heute Borzyslawiec, liegt unweit von Lübzin in der Nähe des Dammschen Sees. 1809 stellte August Heinrich von Borgstede, ein hoher preußischer Verwaltungsbeamter mit Sitz auf dem Rittergut  in Rörchen, größere Ländereien zur Besiedelung zur Verfügung. Die ersten Siedler kamen aus Hoppenwalde und Viererck.  Ca. 1816/1817 kam Johann Mathias Thomas Sohn Johann Wilhelm nach Luisenthal. Da die ersten Bewohner Nachfahren der Pfälzer Einwanderer waren, war Luisenthal  ein rein katholisches Dorf. Kurz nach der Gründung bauten die Einwohner auch die erste Kirche. Ende des 19. Jahrhunderts entstand die heute noch stehende neugotische Kirche. Zur Gemeinde Luisenthal gehören auch die Dörfer Dammhorst, Krachtshorst, Langenhorst und Seebudenlake. 1867 lebten in der Gemeinde Luisenthal 458 Einwohner, darunter 227  Katholiken. 2008 lebten im Dorf Borzylswiec 72 Erwachsene.
Den Hof in Luisenthal übernahm der jüngste  Sohn Johann Heinrich Franz Thomas. Der ältere Bruder, mein Ururgroßvater Johann Heinrich Wilhelm Thomas, verließ zwischen 1858 und 1862 Luisenthal und übersiedelte nach Züllchow.

  

Quellen:
Friderianische Kolonien und Kolonisten in Pommern nach dem Stande des Jahres 1754 von Otto Gebhard
Pfälzische Kolonisation in Pommern unter Friedrich dem Großen von E. Drumm und A. Zink
Geschichte des Dorfes Lübzin in Pommern von Karl-Otto Konow Siegen 1987
Naugarder-Land, Bauern-Land, Heimat-Land von P. H. Bastian
www.borzyslawiec.eu 


© Christine Seemann 2018